@maddin Es überrascht mich nicht, war schon ewig absehbar, daß es sich säo entwickeln würde, und angesichts der enorm nachlassnden journalistischen Qualität in ÖR-Nachrichtensendungen wundert mich sowieso gar nichts mehr.
Schon in den 1970ern gab es täuschend echt gefälschte Videos in Science-Fiction-Romanen, spätestens im Cyberpunk ab Ende der 70er war das immer wieder Bestandteil von Geschichten, die im damals noch in der Zukunft gelegenen 21. Jahrhundert spielten. Auch Deepfake-Pornos finden sich schon in Cyberpunk-Romanen seit den 1980ern. Seit es in den 1990ern die Schwemme von Super-VGA-Karten gab und die ersten richtig brauchbaren Fotomanipulationsprogramme für PCs, war mir klar, daß früher oder später jeder technisch halbwegs versierte Mensch täuschend echte künstliche oder manipulierte Videos machen können würde, hatte ich doch gerade als Teenager den plötzlichen Sprung von grober Pixelgrafik zu 1024x786 in 16,7 Millionen Farben in bezahlbaren Standard-PCs miterlebt.
Und sobald man keine talentierten CGI-Künstler mehr braucht, sondern nur die passenden Tools, wird früher oder später eine solche Menge an Fake-Material in Umlauf sein, daß der Glaube an die Beweiskraft von Bildmaterial einfach kollabiert. Kurz vor diesem Punkt sind wir jetzt. Früher mußte man selbst noch Talent und Erfahrung haben, um Bilder und Videos so zu bearbeiten, daß es niemandem auffiel, und trotzdem gingen immer wieder sehr schlecht manipulierte Propagandabilder in die Medien. Jetzt, wo es nur noch reiner Rechenaufwand ist und praktisch Null Talent und kaum Einarbeitung benötigt, passiert genau das, was wir schon seit einem halben Jahrhundert kommen sehen. Man kann sich darüber natürlich aufregen, aber dazu bin ich schon viel zu lange viel zu zynisch.