Fast noch schlimmer als Menschen, die offen faschistische Parteien oder Personen wählen, sind für mich jene, die zwar gegen Faschismus sind, aber anfangen, seine Wähler*innen zu entschuldigen, zu relativieren oder ihre Entscheidung als irgendwie nachvollziehbar darzustellen.
Ja, ich verstehe Wut.
Ja, ich verstehe Enttäuschung.
Ja, ich verstehe das Gefühl, von Politik und Systemen im Stich gelassen worden zu sein.
Aber: Nichts davon ist eine Rechtfertigung für Faschismus.
Keine persönliche Tragödie.
Keine Benachteiligung.
Keine strukturelle Vernachlässigung.
Wer Faschismus wählt, nimmt bewusst das wachsende Leid anderer in Kauf. Das ist keine Protestwahl. Das ist eine Entscheidung gegen Menschenwürde.
Gerade deshalb müssen wir laut bleiben.
Solidarisch bleiben.
Widersprechen, wenn relativiert wird.
Haltung zeigen, auch wenn es unbequem ist.
Damit Menschlichkeit nicht zur Randnotiz wird, sondern Massstab bleibt. 